Woher kommt der Name Pollhagen?

Prof. Jürgen Udolph erklärt täglich Bedeutung Ihres Wohnort-Namens auf NDR1: 

Udolphs Fakten und Recherchen (gefunden bei NDR1):
Alte Bezeichnungen: 1347 in Polhagen, 1410 tom Polhaghen, 1549 Pollhagenn, 1692 zum Pollhagen
Das Namenelement "-hagen", das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zu "hagan, hagen", eine Weiterbildung zu "-hag, -hac", und bedeutet "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". "-hagen" kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen.

Pollhagen liegt am Hang des Schaumburger Waldes, daher dürfte die Deutung mit "polle", also "Kopf, Spitze" richtig sein. Hierher gehört auch "Pollholt, Pollholz", also "Holz aus dem Geäst der Baumkrone, Kronenholz, Spitze".

 

Geschichte 

1200

Um 1200 begann die Zeit der planmäßigen Rodung des Dülwaldes durch die Grafen von Schaumburg, Roden-Wunstorf, die Bischöfe von Minden und die Herzöge von Sachsen-Lauenburg. Den Bachläufen folgend wurde der Wald von Süden aus gerodet und neues Ackerland für die Siedler gewonnen. 
So entstand dem Lauf der Holpe folgend Rodungsland für Nordsehl und anschließend Pollhagen.  Erste Höfe wurden längs eines Dorfweges angelegt. 
Auch wenn die ersten urkundlichen Erwähnungen einzelner Hagensiedlungen (Hagen = Gehege, Hecken) viel später erfolgten, können wir davon ausgehen, dass diese Siedlungsform bereits vor 1200 entstanden ist.
Auch Pollhagen ist eines dieser Hagendörfer. Nach W. Lier "Die Ortsnamen in Schaumburg" wird die Siedlung 1347 als "Polhagen" erwähnt.

1410

Später wird es urkundlich 1410 als "tom Polhaghen"" erwähnt, als Graf Adolf VIII. die Burg Stadthagen seiner Frau zur Leibzucht übergab und Pollhagen unter den Schutz der Grafenburg stellte. 

1550

Modell Johanniskapelle

Um das Jahr 1550 wurde die Johannis Kapelle errichtet. Mit der Entwicklung des Ortes in den folgenden Jahren, erfolgte 1712 die Genehmigung einer ersten Branntweinschänke. 

1665

Auch an Pollhagen ging der 30jährigen Krieg nicht spurlos vorbei. Truppendurchmärsche waren mit Plünderungen, Brandschatzungen und Verwüstungen verbunden. Vieh wurde geraubt und Saatkorn entwendet oder vernichtet. 
Die Folge war, das manche Grundbesitzer ihr gesamtes Hab und Gut vorloren oder aus der Notlage heraus Haus und Hof verließen. Manche Hofstelle, die oft von Generationen aufgebaut worden war, lag plötzlich wüst und verlassen da. In einem Bericht der Gemeinde an den Landesherren heißt es, dass allein in Pollhagen während des 30jährigen Krieges 7 Meierhöfe und eine Brinksitzerstelle wüst und unbesetzt seien. 1665 meldet das Amt Sachsenhagen aus Pollhagen: "...In diesem Dorfe sind 4 Meier und Halbmeierhöfe neulich wieder besetzt, 3 sind noch ledig. Dann liegt noch 1 Brinksitzerstelle ledig..."

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1750

1750 wurde die erste Schule errichtet und bereits 1831 wieder verkauft, denn das alte Schulgebäude reichte für die gewachsene Schülerzahl nicht mehr aus und so hatte man 1830 mit dem Bau einer neuen Schule begonnen.

Alte Schule Triftstr

1880

 Tonloch-Pöhlers Dieck

Auch verschiedene Gewerbebetriebe siedelten sich an, so im Jahre 1880 eine Ziegelei im Westen des Ortes mit angeschlossener Zementwarenfabrikation und Dachdeckerei. 

1898

Die Einweihung der Pollhäger Kirche wurde am 04. Oktober 1898 feierlich, unter Teilnahme des Fürstenhauses, begangen. Die Grundsteinlegung war 18. Juni 1897 erfolgt. Die in den letzten Jahren durchgeführte Renovierung der Kirche und der Einbau einer neuen Pfeifenorgel lassen das über 100 Jahre alte Gebäude im neuen Glanz erstrahlen.

1905

Am 5. September 1905 wurde ein neues Schulgebäude im Ortszentrum, an der Hauptstrasse, errichtet.

Neue Schule

1912

Wenige Jahre später, 1912, wurde das Dorf durch den Bau des Mittellandkanals geteilt. (s. Galerie Kanalbau)

1916

Durch die Entwicklung des Dorfes in nördlicher Richtung, immer weiter in den Wald hinein, wurde auch der Bau eines neuen Forsthauses erforderlich. Das über 300 Jahre alte Forsthaus wurde veräußert und ist noch heute im Privatbesitz erhalten. Das neue Forsthaus ist heute Sitz des Kreisforstrates B. Michel und im Besitz des Landkreises Schaumburg. Ein zweites Forsthaus, mit einem eigenen Fürstenzimmer, wird auf der Ortslage "Natenhöhe" im Jahre 1916 errichtet und ist heute Sitz der Revierförsterei Pollhagen/Natenhöhe.

Altes Forsthaus

Neues Forsthaus

1918 - 1938

Silo am Kanal

In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen ging auch die Entwicklung im Ort weiter. Kleine Gewerbebetriebe siedelten sich an, nicht mehr rentable Ziegeleien wurden geschlossen, neue eröffnet; am Kanalhafen wurde eine Reichsnährstandsilo gebaut, heute im Besitz der Raiffeisen Landbund und Pollhagen wandelt sich so allmählich von einem reinem "Hagenhufendorf", mit überwiegend ländlich geprägtem Gesicht, zu einem Siedlungsdorf.

1965 - 1990

 Am 21.11.1965 wurde die Pollhäger Friedhofskapelle eingeweiht.
Im Zuge der Gebietsreform war am 1. März 1974 aus dem einstmals selbstständigen Ort nun Teil einer Samtgemeinde geworden, der Samtgemeinde Niedernwöhren.1980 wurde der Schulbetrieb in der Pollhäger Schule eingestellt. Für die Orte Pollhagen, Lauenhagen-Hülshagen und Nordsehl war in Lauenhagen eine zentrale Schule entstanden.
Im nun leerstehenden Schulgebäude wurde der Schützenverein Pollhagen heimisch, in einem ehemaligen Klassenzimmer wurde ein Kinderspielkreis eingerichtet und zwei weitere Räume an eine Einrichtung des DRK vermietet.

Friedhofskapelle

2000 -

Gemeindebuero

Kindergarten

Im Jahre 2000/01 wurde der Kinderspielkreis renoviert und in einen Kindergarten umgewandelt. Der Abschluss der Umbauarbeiten erfolgte im April 2001. In der selben Umbaumaßnahme erfolgte im Erdgeschoss die Einrichtung eines Bürgermeisterbüros und im Obergeschoss die Einrichtung  eines Versammlungsraumes für die örtlichen Vereine. An diese im Ortsmittelpunkt gelegenen Räumlichkeiten schließt sich eine Turnhalle mit einem neuen Sanitärtrakt an, genutzt durch den örtlichen Sportverein ASC, der zwei Sportplätze in unmittelbarer Nähe für den Spielbetrieb unterhält. Abgerundet wird das ganze durch die Räumlichkeiten der örtlichen Feuerwehr im Anschluss an die Turnhalle und einen noch neu zu gestaltenden Dorfplatz.
 Durch die Ausweisung kleinerer Baugebiete, hauptsächlich im Norden und Osten des Ortes, ist die Bevölkerung auf heute rund 1300 Einwohner angewachsen. Durch die Randlage der Gemeinde in unmittelbarer Nähe zum Schaumburger Wald und umgeben von Landschaftsschutzgebieten, ist ein ungebremstes Wachstum auf natürliche Weise eingegrenzt. Kleinere Baugebiete sollen in den nächsten Jahren das Ortsbild abrunden. 

Ein kleines Gewerbegebiet am Mittellandkanal bietet der heimischen Wirtschaft die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten. Durch stetige Investitionen in die örtliche Infrastruktur und der Pflege der dörflichen Gemeinschaft, soll das Leben und Wohnen in Pollhagen attraktiv und lebenswert bleiben. Durch Investitionen nur dann, wenn man sie sich leisten konnte und der Verzicht auf übertriebene Standards, haben dem Rat der Gemeinde immer einen gesunden Handlungsspielraum für die weitere Entwicklung des Ortes gelassen. Diese sparsame Haushaltspolitik ist allerdings für die anderen Orte der Samtgemeinde Niedernwöhren ebenfalls prägend.
Soviel zu den drei Worten gestern, heute und morgen. Mehr über das Gestern und Heute steht in unserer gelungenen Ortschronik unter dem Titel "Pollhagen - Aus der Geschichte eines Dorfes am Schaumburger Wald" und ist als Restbestand noch bei der Gemeindeverwaltung erhältlich. In diesem Werk ist anschaulich die Entwicklung des Ortes in den letzten 600 Jahren dargestellt und nachzulesen.

Pollhagen, im April  2002


Chronik

Diese Chronik ist bei der SG-Verwaltung erhältlich

 

 

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Die Ortsfeuerwehr Pollhagen konnte im Jahr 2008 ihr 80-jähriges Bestehen feiern. Über ihre Gründung im Jahre 1928 ist Folgendes bekannt ... [Mehr]

 
Weitere geschichtliche Informationen kann man in den Museen der benachbarten Ortschaften sammeln.
Allgemeines
Fotos zu Schaumburger Mützen, Tore, Brücken......(www.schaumburgerlandschaft.de)
Bückeburg
- Hubschraubermuseum (www.hubschraubermuseum.de)
- Landesmuseum (www.Schaumburg-Lippischer-Heimatverein.de)
- Schloss Bückeburg
- Mausoleum Bückeburg


Obernkirchen
- Berg- und Stadtmuseum (www.obernkirchen.de)
- Stift Obernkirchen
Stadthagen
- Museum Amtspforte Stadthagen (www.Stadthagen.de)
Steinhude
- Fischer- und Webermuseum
- Spielzeugmuseum
Wiedensahl
- Heimatmuseum Wiedensahl (www.heimatbund-wiedensahl.de)
- Wilhelm-Busch-Geburtshaus
Lüdersfeld
- Bergbau-Museums-Stube
Hagenburg-Altenhagen
- Bergbaumuseum "Schacht Weser"


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